Anita Ferstl: “Große Fahrt”
Lastabfallend
rollen meine Gedanken
den Hügel des
Waswar hinab.
Endlich wieder frei,
wieder in Fluss,
den Blick wach und weit
für die Möglichkeiten
die da schlummern
und so lange
nicht gesehen waren.
Gelähmt war ich,
gefangen,
im Labyrinth der Vergangenheit,
bereit zum Vergehen.
Der Tod lockte mich
mit Sehnsucht aufs Vergessen.
Im Ohr all die Schreie
meiner Kinderzeit
tobend, wütend, ungebrüllt.
Wo war ich
hockend, kniend
so lockenlang versteckt?
Nun hab ich mich erneut geborgen
wie ein treibendes Schiff
und heim gebracht zu mir.
Die zerrissenen Segel fest geflickt,
neue Masten gesetzt,
Taue geknüpft
geh ich jetzt auf große Fahrt.
Und ein Schmetterling
sitzt auf meiner Nasenspitze.
Ahmonea 25. Jan 2008
Anita Ferstl
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